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Rechtsanwalt Michael Habeck


Datenschutz bei Reisebuchungen vom

Wie n-tv und Bild am Sonntag im August 2016 berichteten, sollen im Rahmen eines Kooperationsvertrages Kundendaten von der Unister Travel Betriebsgesellschaft mbH an die Flightright GmbH verkauft worden sein.

Flightright handelt als Inkassodienstleister und versucht im Fall von Flugausfällen oder Verspätungen für betroffene Reisende Entschädigungen bei den Fluggesellschaften zu erlangen und erhält dafür ggf. eine Provision.

Nun stellt sich die Frage, ob einem Unternehmen, das Interessen von Verbrauchern vertreten will, wirklich vertraut werden kann, wenn es personenbezogene Daten ohne das Wissen der Verbraucher beim Reiseveranstalter abgreift, um Betroffene sodann werblich anzusprechen. Ein solches Verhalten ist datenschutzrechtlich höchst bedenklich, jedenfalls ist es unseriös.

Ein Urteil über das Verhalten der Beteiligten mag sich jeder selbst bilden. Wer aber ein Geschäftsmodell mit solchen Auswüchsen ablehnt, mag bei fluggastrechtlichen Fällen individuelle, kompetente Beratung und sachverständige Vertretung ganz klassisch beim Rechtsanwalt finden. Dort steht der Fall im Mittelpunkt und nicht die etwaig zu erzielende Provision, denn es gibt ein Vergütungsgesetz für Rechtsanwälte. Im Übrigen können sie die Sache - anders als Inkassounternehmen im Gewand eines Fluggastrechtediensleisters - außergerichtlich und gerichtlich aus einer Hand bearbeiten. Falschberatungen, etwa weil der Fall komplex ist und ein Verdienst mit tiefergehender Arbeit verbunden wäre, dürften hier erheblich weniger oft vorkommen.

Wer sich im Übrigen fragt, was mit seinen bei der Reisebuchung hergegebenen Daten passiert ist, etwa weil auch um sensible Daten wie Anschriften, Zeiten der Urlaubsabwesenheit, Kreditkarten- und Bankdaten geht, kann auf § 34 Bundesdatenschutzgesetz zurückgreifen.

Nach dieser Regelung kann beim Reiseveranstalter oder sonst involvierten Unternehmen kostenfrei abgefragt werden, welche personenbezogenen Daten erhoben wurden, woher die Daten stammen, zu welchem Zweck sie gespeichert wurden (nur Reiseabwicklung oder auch zu werblichen Zwecken und zur Marktforschung?) und an wen sie weitergegeben wurden.

Der Nutzung für Zweck der Werbung und der Markt- und Meinungsforschung kann wiederum gemäß § 28 BDSG widersprochen werden. Hält sich ein Unternehmen nicht an den Widerspruch und meint, es könne mit Kundendaten umgehen wie es will, so kann abgemahnt werden und ggf. ein strafbewehrtes Unterlassungsversprechen durchgesetzt werden.
Schließlich kann, z.B. nach Reiseende, die Löschung, hilfsweise die Sperrung personenbezogener Daten verlangt werden.
Alle diese Datenschutzrechte gelten natürlich allgemein und nicht nur im Bezug auf Reisebuchungen.

Gerne beantworten wir Ihre Fragen zum Thema, zeigen auf, wie Sie ihre Daten besser gegen unbefugte Nutzung schützen können und vertreten Sie ggf. auch gerne. Sprechen Sie uns an!

Herzlichst, Ihr Rechtsanwalt Michael Habeck