hamburg | reiserecht

Rechtsanwalt Michael Habeck


Ryanair-Annullierungen vom

Nach eigenen Angaben streicht Ryanair im Zeitraum vom 19. September 2017 bis zum 28. Oktober 2017 zahlreiche Flüge, siehe z.B die entsprechenden Listen auf der Ryanair Webseite.

Scheinbar spielen betriebliche Gründe eine Rolle, so wird etwa über einen Pilotenmangel spekuliert. Betroffenen Fluggästen bietet Ryanair derzeit nur die Ticketrückerstattung und eine Umbuchung auf andere Ryanairflüge an.

Nach der europäischen Fluggastrechte-Verordnung (EG) Nr. 261/04 haben Fluggäste, die unter zwei Wochen vor Abflug über die Streichung ihres Fluges informiert werden, jedoch Anspruch auf eine pauschale Ausgleichszahlung von EUR 250,00 oder EUR 400,00 pro Person, abhängig von der Flugstreckenlänge.

Ryanair kann sich insoweit nicht wegen unvermeidbaren außergewöhnlichen Umständen entlasten, weil innerbetriebliche Umstände beim Anspruch auf Ausgleichszahlung grundsätzlich nicht von Bedeutung sind.

Zudem sieht die Fluggastrechte-Verordnung nicht nur eine Ticketpreiserstattung vor, sondern nach Wahl des Fluggastes auch eine anderweitige Beförderung zum Zielort, erforderlichenfalls auch mit einer anderen Fluggesellschaft oder mit dem Mietwagen oder der Bahn und zwar nach Wunsch mit der frühestmöglichen Alternativverbindung oder mit einer Verbindung zu einem späteren Zeitpunkt.

Kümmert sich Ryanair also nicht ausreichend um eine Ersatzverbindung, so können sich Betroffene selbst helfen und im Nachgang angemessene Aufwendungen ersetzt verlangen.

Unmittelbar betroffene Fluggästen sind schließlich zu betreuen, etwa mit Mahlzeiten und Erfrischungen. Bei erforderlichem längeren Nachtaufenthalt auch mit Unterbringung in einem Hotel samt Transfer.

Wir wünschen allen betroffenen Fluggästen trotz der Umstände eine gute Reise und stehen mit anwaltlichem Rat gerne zur Verfügung.

Ihr Rechtsanwalt Michael Habeck